Der Marquis

Folco de Baroncelli wurde 1869 in Aix en Provence geboren. Er war der Nachfahre einer alten Florentiner Familie, die nach ihrem Aufstand gegen die Medicis im 15. Jahrhundert nach Avignon ins Exil auswandern musste.

Seine Leidenschaft für die Stiere gedieh schon während seiner Kindheit. Die Entdeckung der Camargue würde also sein Schicksal besiegeln und ihm trotz Widerständen zum "manadier" (Pferde- und Stierzüchter) werden lassen. 1895 lässt er sich endgültig in der Camargue nieder und erwirbt eine Mas in Saintes Maries de la Mer die er "Manado Santenco" benennt. 1909 gründet er die Gemeinschaft "Nacioun Gardiano", nimmt aktiv an der Gestaltung des Regelwerks des "Course Camarguaise" teil und übergibt den "gardians" seine Adelsbriefe.

Alle Zeitzeugen bescheinigen die außerordentliche Menschlichkeit und den Großmut dieses Mannes, aber seine herausragende Charaktereigenschaft besteht in seinem Einsatz für unterdrückte Minderheiten. Er verteidigt die Zigeuner, die dank seiner Fürsprache im Jahre 1935 die Erlaubnis der Kirche erhielten, ihre Schutzpatronin Sara öffentlich zu huldigen.

Deshalb wird am 26. Mai jedes Jahres, unter Teilnahme der Zigeuner, folkloristischer Gruppierungen und der "gardians" auf ihren Pferden, der Tag der Erinnerung an den Marquis organisiert.